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Wien: Mitspielen mit Armin in einer Asylwerber*innen-Unterkunft, Wien 9, Freitag, 10.03.2017

15:00 bis 16.00 Uhr

Wir spielen Freitag nachmittags in einer Asylwerber*innen-Unterkunft der Diakonie im 9. Bezirk in Wien. Das Spiel-Setting kann sehr unterschiedlich stattfinden – ein hohes Maß an Flexibilität und Kreativität sind erforderlich.

Dieses Angebot richtet sich an alle, die schon zumindest einen Workshop besucht haben und Spielpraxis sammeln wollen. Sie können erfahrene Original Play Apprentices in Schulen, Kindergärten, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und Unterkünfte für Asylwerber*innen begleiten, um einerseits bei der Arbeit mit Original Play zuzusehen und andererseits in sicherem Rahmen mitzuspielen.

Anmeldung: armin@originalplay.at

Ingrid Töteberg

Original Play im Libanon 2016

Posted on Posted in Allgemein, Apprentices, Armin Knauthe, Erfahrungsbericht, Projekte

Persönlicher Projektbericht von Armin Knauthe (English Version)

Intuition und der Mut zu Lieben – Original Play mit Flüchtlingskindern im Libanon 2016

Intuition

Als mich Fred Donaldson, Ph.D. im April dieses Jahres fragte, ob ich in den Libanon mitfahren möchte, um dort gemeinsam mit ihm und anderen Teilnehmern mit – hauptsächlich syrischen – Flüchtlingskindern zu spielen, sagte ich sofort „Ja“. Dieses „Ja“ kam intuitiv und spontan aus mir heraus. „Use your intuition“ erinnert Fred immer wieder die Teilnehmer in seinen Workshops und Seminaren in Original Play.

“KAN“ – Intuition wählte Zen-Meister Karl Obermayer dieses Jahr als Kalligraphie für sein Billet anlässlich meines Geburtstags im Sommer. Das war eine Bekräftigung meines Vorhabens. Nach meiner Reise kann ich aus vollem Herzen sagen, dass es richtig war, meiner Intuition gefolgt zu sein.

Willkommen in Beirut

Die Stadt Beirut ist sehr lebendig, modern und voller Gegensätze. Neben heruntergekommenen Kolonialstil-Villen stehen Hochhäuser aus Glas und Aluminium. An der beliebten Strandpromenade befinden sich plötzlich Stacheldraht und Beobachtungsposten. Die Stadt pulsiert, doch im Zentrum selbst (Place de l’Étoile) ist alles ausgestorben und polizeilich überwacht, denn hier steht das Parlament – und die Stadtregierung befürchtet Anschläge. Die Menschen begegnen uns überall mit Offenheit und Freundlichkeit. „Welcome to Lebanon“ hören wir mehrmals am Tag.

Wir, das ist eine Gruppe von Menschen, die sich vorgenommen hat, hier im Libanon mit Flüchtlingskindern zu spielen. Original Play – ursprüngliches Spiel – nennen wir dieses Spiel, das kein menschliches Artefakt ist, sondern „ein Geschenk der Schöpfung, das sich allem Leben offenbart“. So beschreibt es Fred Donaldson, der vor 43 Jahren begonnen hat, dieses Kindern und wilden Tieren innewohnende Spiel zu erforschen und seine Muster und Prinzipien zu leben. Er selbst reist diesmal bereits zum vierten Mal mit der NGO Jasmin-Hilfe in den Libanon, um Original Play anzubieten, und hat dabei jedes Mal das Camp Jarahieh, das Trauma-Centrum in Tripoli und die unten beschriebenen Waisenhäuser besucht.

Koordinatorin der Reise ist Soumaya El-Azem – sie wird von Ingrid Töteberg begleitet. Beide sind von Jasmin-Hilfe e.V., einem Verein der humanitären Hilfe für syrische Kinder. Teilnehmer/innen sind Fred Donaldson (Entdecker von Original Play, USA), Rawan Alhusseini (Vereinigte Arabische Emirate), Noraini Mahmood (Bahrain), Sonja Mille (Österreich), Uwe Reisenauer (Deutschland) und Armin Knauthe (Österreich).

Auto-Flow und Hup-Konzert

Von unserem Stützpunkt in Beirut aus führt unser erster Spieltag in die nördlich gelegene Hafenstadt Tripoli. “Wer bremst, verliert“ scheint die Devise im Straßenverkehr im Libanon zu sein. Unser Fahrer Valid beherrscht die Kunst, den überdimensionalen Rover trotz des zähen Verkehrs und der Staus stets im Fluss und in Bewegung zu halten. “Hupen ist hier als eigene Sprache zu verstehen”, klärt uns Soumaya auf – die Nuancierung der Hup-Idiome ist dabei sehr vielschichtig und kann von “Achtung!” über “Fahr vorbei!“ bis „Schleich dich!” und viel viel mehr bedeuten. Nur langsam wächst die Stadt der Küstenstraße entlang aus – hinüber zu den kleinen Vorstädten von Tripoli, wo die Bebauung gleich wieder dichter wird. Die Hänge sind terrassenartig verbaut. Der Anblick erinnert mich kurz an die Hangbebauung von Lausanne und Montreux um den Genfer See, meiner zweiten Heimat in der Schweiz. Vielleicht rührt ja daher die ehemalige Bezeichnung für den Libanon als „Schweiz des Nahen Ostens“.

Future-Kids in Tripoli

Mitten in Tripoli werden wir sehr herzlich von der Leiterin und den Lehrern eines Zentrums für traumatisierte syrische Flüchtlingskinder und -frauen empfangen. Die NGO International Humanitarian Relief ist der Träger, Jasmin Hilfe unterstützt es regelmäßig finanziell. In Windeseile wird ein Klassenraum ausgeräumt; wir legen gemeinsam mit einigen Kindern so viele Matten auf, bis fast der ganze Raum bedeckt ist.
Zuerst kommen 25 jüngere Kinder zum Spielen dran, Mädchen und Buben im Alter zwischen drei und sechs Jahren. Sie bleiben sehr friedlich um die Matten herum sitzen, sind mit hoher Aufmerksamkeit und offenen, lachenden Augen auf das Spiel fokussiert und spielen intensiv. Die zweite Gruppe besteht aus 15 Kindern im Schulalter. Die Mädchen wollen nicht gemeinsam mit den Jungs auf die Spielfläche kommen – sie spielen erst ganz am Schluss mit, als alle sieben gleichzeitig eingeladen werden.

Nach dem Spielen sprechen zwei jugendliche syrische Mädchen, die mit dem Neugeborenen ihrer älteren Schwester in die Einrichtung kommen, von ihren traumatischen Erlebnissen in ihrer Heimat. Noraini Mahmood, unsere Spielgefährtin aus Bahrain, kann sie an einen Sponsor vermitteln, durch den sie 150 Euro im Monat erhalten werden.

Am Nachmittag begrüßen uns lachende Kinder mit Händedruck und offenem Blickkontakt in einem Waisenhaus in einem Vorort von Tripoli. Die Matten breiten wir in der Aula aus; wir spielen mit vier Gruppen – insgesamt etwa 40 Kindern. Ein etwa fünfjähriger Junge – er trägt eine schwarze Brille und ist auf einem Auge blind – kommt nach dem Spiel zu mir, setzt sich auf meinen Schoß und bleibt da die ganze Pause über sitzen. Ich folge dabei seinem leichten Schaukeln, bis wir in ein gemeinsames sanftes Wiegen kommen. Eine kurze Autofahrt weiter erreichen wir eine andere Einrichtung für Halbwaisen in einem modern-klassizistischen, villenähnlichen Gebäude mit einem großen Garten, Terrassen und einem wunderbaren Ausblick über Tripoli.

Hier stehen die Kinder aufgereiht am Gartentor und empfangen uns ebenfalls mit aller Höflichkeit. Wir spielen mit etwa 50 Kindern im Alter zwischen 3 und 15 Jahren. Jasmin Hilfe unterstützt regelmäßig diese beiden und ein weiteres Waisenhaus in Tripoli finanziell.

Zum Abschluss wird uns zu Ehren unter bereits dunklem Abendhimmel auf der Terrasse eine Tanz-Choreographie von den Mädchen und ein Chorgesang von den älteren Burschen zum Besten gegeben. Ich finde beides sehr berührend und bin von dem ausgeprägten Selbstbewusstsein der Kinder sehr beeindruckt. Von „No-Future-Kids“ kann hier in meinen Augen keine Rede sein.

„Hi mister! I love you!“

Schwarze Transparente mit großen arabischen Schriftzeichen sind über die Straße gespannt. Es handle sich um islamistische Worte der Hisbollah; sie kontrolliere diesen dichten Stadtteil Beiruts, wird uns erklärt. Hier befindet sich die Jusoor-Schule in einem alten Bürgerhaus. Wir spielen im Hof, der auch als Pausenraum genützt wird – für die vielen Kinder unterschiedlichen Alters aber eindeutig zu dicht ist.

In der Pause kommt es zu vielen Raufereien. Ich gehe mit meinem Körper spielerisch zwischen kämpferische Jungs. Einer von Ihnen wirkt besonders kontrollierend. Sein Blick ist streng und er hat keine Hemmungen, auf andere Kinder einzuschlagen. Als er meine Interventionen bemerkt, baut sich der etwa 12-Jährige vor mir auf und droht mir mit den Fäusten. Ich nehme eine Faust sofort sanft in die Hand, gebe ihr ein Küsschen und spiele mit ihr. Das wiederholt sich in regelmäßigen Abständen, bis sich sein Blick ändert. Ich habe das Gefühl, er hat verstanden, was ich mache. Nach wie vor beobachte ich, wie er ausholt und ein Kind schlagen oder treten will. Dann schaut er auf mich, sieht meinen Blick und hört auf. Auf den Matten spielt er wie ein kleiner Junge mit mir, mit viel Energie – gleichzeitig weich und rund – und er lacht dabei.

Das Gespräch mit der Managerin der Jusoor-Organisation gibt uns Einblick in die Lebensverhältnisse der Kinder. Viele wohnen mit ihren Eltern und Familien in nur einem Zimmer auf engstem Raum zusammen, ein Junge sogar mit 15 Geschwistern (von zwei Müttern). Viele verrichten Kinderarbeit – häusliche Gewalt sei an der Tagesordnung: ein Junge müsse im Freien schlafen, wenn er etwas angestellt hat. Die Schlafplätze werden oft schichtweise abgewechselt. Die vier Stunden, die die Kinder täglich in die Schule kommen dürfen – auch hier gibt es zwei Schichten mit insgesamt 200 Schülern – sind in erster Linie Befreiung aus der häuslichen Enge. Doch auch hier sei es zu eng und dicht, um dem Bewegungs- und Explorationsbedürfnis der Kinder gerecht zu werden. Auch dieser Mangel mündet oftmals in Aggression.

Ein libanesischer Junge aus dem Nachbarhaus (ca. 13 Jahre) hat offensichtlich das Spielen beobachtet. Er ruft mir in der Mittagspause zu: “Hi Mister! You make a great Job”. Beim Verlassen der Einrichtung sieht er mich auf der Straße wieder. Mit den Worten “Hi Mister! I love you” wirft er mir ein Kusshändchen zu, das ich von Herzen erwidere.

Bekaa – Elend und Würde

Keine Fotos, keinen Zeitungs- oder Fernsehbericht sehe ich hier, sondern die nackte, echte Realität: dreidimensional, staubig, schmutzig, stinkend und beklemmend. Das Flüchtlings-lager Jarahieh in der Bekaa-Hochebene bietet 198 Familien Unterkunft. Das sind bei durchschnittlich sieben Köpfen pro Familie etwa 1.400 Menschen, davon 800 Kinder. Viele davon sind nicht registriert und müssen den Boden für ihre improvisierten Behausungen aus Holz, Plastik, Planen und Wellblech – Zelte genannt – um etwa 150 US $ pro Monat pachten. Erst vor kurzem hat hier die Jusoor Organisation ein Holzgebäude errichtet, das als Schule dient. Auf dem staubigen Boden legen wir die Matten auf und spielen heute mit sechs Gruppen zu je etwa 14 bis 16 Kindern. Im Nachbarraum wird immer wieder gehämmert – Jugendliche bauen den zweiten Raum aus. Fred bleibt an der Tür, da sich draußen Kinder drängen, um mitzuspielen.

Diesmal fühlen wir von einigen Kindern auch Aggression auf der Spielfläche. Einige Burschen würgen beim Spielen, einer beißt etwas, ein Mädchen schlägt und stößt wild herum. Und auch diesmal sind Muster zu beobachten, die bei Original Play oft vorkommen. Ein Junge der nicht mitgespielt hat, kommt nach dem Spiel zu mir auf die Fläche und umarmt mich. Ein kleiner Junge mit Windeln setzt sich von Anbeginn auf meinen Schoß und verweilt dort. Der Bub, der mich würgt, löst den Druck seines Arms und entspannt sich, als ich ihm sanft in sein linkes Auge blicke und kurz innehalte. Ein Mädchen will unbedingt ein zweites Mal mitspielen und zeigt mir ein sehr böses Gesicht, als ich es ihm nicht erlaube. Beim Abschied lacht und strahlt es mich wieder an.

Zu Mittag erhalten wir frisch gebackene Teigtaschen aus der Camp-eigenen Bäckerei. Gespeist wird in der Ambulanz, einem Sanitäts-Kontainer, der im Herbst 2015 um etwa 20.000 US $ errichtet worden ist. Beides sind – in Planung, Ausführung und Finanzierung – Projekte von Jasmin-Hilfe. Sie zahlt auch die monatlichen Gehälter von einem Arzt, einer Krankenschwester, den Bäckerinnen, einem Wachmann und einer Lehrerin aus.

Wir statten mehreren Flüchtlingslagern Kurzbesuche ab, um uns ein Bild von ihrem Zustand zu machen. In den meisten davon fehlt es am Notwendigsten: sauberes Trinkwasser, Kiesbeschüttung, um Schlammbildung bei Regen und Schnee im Winter zu vermeiden, Holz, Toiletten, Senkgruben und
Windeln. Jasmin-Hilfe versucht diesem Mangel immer wieder zu begegnen, doch die Mittel sind angesichts des Größenordnung limitiert. Die Menschen, die schon länger hier sind, werden allmählich frustriert. Ein Brand im großen Lager letzte Woche hat insbesondere die Kinder sehr verunsichert.

In einigen wenigen Camps aber gedeihen Blumen und Gärten, und die dort lebenden Menschen gestalten gemeinsam mit den Behörden eine friedliche Umgebung nach ihren Bedürfnissen.

Trotz aller widrigen Umstände werden wir immer wieder mit einem Lächeln empfangen und auch
Kusshändchen fliegen uns zu. Bei aller Armut und allem Elend spüre ich in jeder Begegnung eine Art von Stärke, etwas, was allem rings herum die Bedrohlichkeit nimmt: menschliche Würde.

„Don’t cry“ – ein Trost

Am zweiten Tag im Camp Jarrahieh in der Bekaa-Ebene dürfen die Buben nicht mitspielen. Sie hätten am Vortag eine Wasserleitung kaputt gemacht und die Camp-Leitung hat ihnen heute verboten, das Schulgebäude zu betreten. Es spielen also nur Mädchen, zwei Gruppen, insgesamt etwa 30, einige davon spielen zweimal.

Unmittelbar nach dem Spiel läuft ein Mädchen zu mir auf die Matten und küsst mich ganz unerwartet auf die Wange. An sich passiert mir das sehr oft bei Original Play, doch rührt es mich diesmal so sehr, dass mir leicht die Tränen kommen. Noraini steht hinter mir – und auch sie weint. „Don’t cry“ sagen die Mädchen, die um sie stehen und berühren sie tröstend.

Wir verteilen mit und für Jasmin-Hilfe Kekse, Windeln und Gewand, besuchen die Familie der Camp-Lehrerin, deren Kinder für uns auf orientalischen Instrumenten musizieren, und auch die Familie eines spastischen jungen Mannes. Er erkennt Fred sofort wieder, und sein Gesicht strahlt vor Freude, als Fred mit seinem Bart über seine Hände streicht.

Nach dem Spielen in einem weiteren Camp und einigen Kurzbesuchen in unterschiedlichen Lagern sind wir bei der Familie unseres Fahrers Valid auf der Heimfahrt zum Tee eingeladen. Seine Großmutter möchte Fred unbedingt wiedersehen. Etwa 20 Familienmitglieder empfangen uns auf das Herzlichste. Die Frauen geben uns Männern sogar die Hand und Valids Großmutter küsst uns alle auf die Wangen. Ihr Blick ist durchdringend, als ob sie mir direkt in die Seele schauen könnte. Als ich mich zu ihr auf das Sofa setze wird mir sogar die besondere Ehre zuteil, dass sie mich auf das Haupt küsst.

Auf kurvigen Bergstraßen fahren wir im nächtlichen Dunkel erschöpft und doch von Trost und Liebe eingebettet nach Beirut zurück.

Shatila unter Strom

Mit der Warnung „Achtet auf die Stromkabel! Immer wieder sterben Menschen an Stromschlägen!“ machen wir uns auf den Weg in das Beiruter Camp Shatila. Es ist 1949 für palästinensische Flüchtlinge errichtet worden, ist einen Quadratkilometer groß und beherbergt heute 22.000 Menschen, darunter mittlerweile auch viele syrische Flüchtlinge. Die fünf- bis siebenstöckige Stahlbetonskelett-Bebauung ähnelt einer mittelalterlichen Struktur und lässt dunkle, enge Straßenschluchten frei, in denen ein Gewirr an Stromkabeln neben Wasserleitungs-Schläuchen teilweise bis zum Boden herunterhängt.

Die Leiterin des Kindergartens, in dem wir heute spielen, berichtet uns aus ihrem eigenen Leben im Camp sowie vom Massaker von 1982 und vielen anderen Gewaltakten, die die Eltern- und Großelterngeneration der heutigen Kinder traumatisiert hätten.

Tatsächlich begegnen uns viele der 75 Kinder beim Spielen sehr verhalten, manche regelrecht apathisch. Ein Junge legt sich einfach nur auf mich drauf und lässt sich wiegen. Er selbst bleibt dabei regungslos. Einige Mädchen machen es ihm gleich.

Der Kindergarten ist innen sehr sauber, freundlich und liebevoll gestaltet. Die Räume benötigen zwar Kunstlicht, doch gibt es auf der Dachterrasse einen großzügigen Spielbereich für die Kinder.

Auf unserer Führung durch das Straßenlabyrinth von Shatila durch eine Pädagogin halten wir kurz inne, weil vor uns junge Männer an den unzähligen Stromkabeln arbeiten. Ich frage den Kaffee-Bar-Eigentümer neben mir, ob er das als gefährlich einstufe, worauf er erwidert: „It’s very dangerous! The whole camp is garbage!“ („Es ist sehr gefährlich! Das gesamte Camp ist Müll!“) Ich frage mich wieviel Geld wohl vonnöten sei, um aus Shatila einen schönen und vor allem sicheren Stadtteil Beiruts zu machen.

Mut zu Lieben

An all den Orten im Libanon, wohin wir eingeladen wurden, um mit Kindern zu spielen, gibt es noch sehr viel zu tun, zu arbeiten, zu organisieren und zu verbessern.

Trotz all der widrigen Umstände, der furchtbaren Erfahrungen von Gefahr, Flucht, Verlust und Trauer, begegneten mir die Kinder immer wieder mit spontaner Liebe. Es war so, als würden sie mir dadurch die Frage stellen: „Hast du den Mut, meine Liebe zu erwidern?“ Ich weiß nicht, ob ich jede/n einzelne/n von ihnen genug zurück lieben konnte. Doch weiß ich, dass – solange es Kinder gibt – für mich noch die Hoffnung besteht, es zu lernen.

Armin Knauthe

 

Spenden für das Spielen

mit Flüchtlingskindern:

Verein Original Play Österreich – von Herzen spielen

Tivoligasse 15/1,
1120 Wien

IBAN AT072020201520001320

BIC SPAMAT21XXX

www.originalplay.at

 

Spenden für Grundnahrungsmittel, Babynahrung, medizinische
Versorgung wie medizinische Produkte und Geräte, Medikamente und
Operationen sowie Unterkünfte und Bildung
:

Jasmin-Hilfe e.V.

Commerzbank
Düsseldorf

IBAN DE20 300 400 000 805 813 300

BIC COBA DE FF XXX

www.jasminhilfe.com

Fotos: ©Noraini Mahmood, Sonja Mille, Ingrid Töteberg,
Armin Knauthe 2016